Bootsführerschein & Funkschein

Der letzte Beitrag ist schon wieder ein wenig länger her – das tut mir leid, lag aber daran, dass ich schwer beschäftig war mit Lernen 😦
Letztes Jahr habe ich den Bootsführerschein See & Binnen erworben. Viele haben mich seitdem gefragt:
– Wo hast du den denn gemacht?
– Wie viel hat er gekostet?
– Ist das schwer?
– Was ist der Unterschied zwischen See & Binnen?

Nachdem ich gestern auch die Funkschein-Prüfung  für See & Binnen bestanden habe, dachte ich, ein kleiner Infobeitrag kann nicht schaden 🙂

Im Jahr 2012 war ich mit meiner Cousine auf einem Städtetrip in Stockholm. Laut Reisführer besitzt dort jeder 7. Einwohner ein Boot. Nach einem Tagesausflug zu den Schären Stockholms war ich so begeistert und wollte sofort den Bootsschein machen. Zurück zu Hause habe ich mich dann doch nicht weiter damit auseinandergesetzt, da ich von einem Betrag von ca. 2000 € für den Führerschein ausgegangen bin. Einfach so, ohne mich überhaupt zu erkundigen. Keine Ahnung warum… Der Gedanke hat mich aber nie richtig losgelassen. Im Februar 2015 habe ich mit einer Freundin eine Kreuzfahrt zwischen den Kanaren und Marokko unternommen. Wer dort schon mal mit dem Schiff unterwegs war, weiß, dass dort ein rauer Seegang vorhanden sein kann. Wir hatten Pech und es war wirklich schlimm – ohne Tabletten ging nichts. Da hab ich mich dann von der Idee erstmal verabschiedet. ABER… im Mai 2015 haben wir endlich eine Walbeobachtungstour in den San Juan Islands (Washington State, USA) unternommen und dort war alles wieder gut und ich begeistert vom Bootsfahren. Zurück in Deutschland habe ich mich dann etwas umgehört und wurde durch eine Arbeitskollegin auf die Bootsschule Matlok Yachting aufmerksam.

Nach dem Infoabend sind wir ohne Anmeldung zurück zum Parkplatz gelaufen. Ich war mir nicht sicher, ob ich mich anmelden sollte, die Angst durchzufallen hielt mich davon ab. Aber wieso eigentlich? Es geht hier doch um nichts… lediglich um meinen persönlichen Ansporn… Ok, zurückgelaufen, Anmeldung abgegeben.

Für den Bootsführerschein SEE erhält man 9 Theoriestunden, in der man Multiple-Choice Fragebögen durchgeht und die Navigationsaufgaben bearbeitet. Keine leichte Aufgabe, aber sobald man das einmal begriffen hat, macht es sogar richtig Spaß. Weiterhin erhält man so viele Praxisstunden, wie man braucht, bis der Uli sagt, man besteht die Prüfung. Man lernt die verschiedenen Manöver wie Anlegen, Z-förmiges Ablegen, Aufstoppen, Boje über Bord oder Wenden in 3 Zügen. In der Regel benötigt man 3-5 Fahrstunden (die 30 – 45 Minuten dauern). Weiterhin muss man verschiedene Knoten lernen.

Die Prüfung fand in meinem Fall in Nürnberg oder Schweinfurt statt. Für die Theorie hat man 1 Stunde Zeit und das ist auf jeden Fall machbar. In der Praxis fahren immer zwei gleichzeitig. Einer fährt die Manöver, die der Prüfer nennt, der andere beantwortet Fragen oder erstellt die gewünschten Knoten.

Ich muss zugeben, ich war voller Panik, habe aber bestanden und freue mich immer noch wie verrückt 🙂 Ich will es nicht herabstufen, man muss schon Lernen, aber es ist machbar.

Anschließend erhält man noch 3 Theoriestunden für die Binnen-Prüfung. Hier muss man dann lediglich eine Theorieergänzungsprüfung ablegen, heißt, wieder einen Bogen ausfüllen. Dauert in der Regel 10 Minuten und Durchfallen ist kaum möglich.

Zuerst den See-Führerschein zu machen ist sinnvoll, da man dann bei der Binnen-Prüfung dann nicht erneut die Praxisprüfung machen muss. Erlangt man zuerst den Binnen-Führerschein und dann den See-Führerschein muss man bei beiden Prüfungen die praktische Prüfung ablegen.

Die Führerscheine gelten wie folgt:
Sportbootführerschein See (Meer): Boot bis 20 Meter Länge, unbegrenzte PS
Sportbootführerschein Binnen (Fluß): Boot bis 15 Meter Länge, unbegrenzte PS

Beide Führerscheine kosten 450 €, hinzu kommen die Kosten für die Bücher (See & Binnen) und Prüfungsbögen (See & Binnen) (ca. 90 €) und die Anmeldegebühren zur Prüfung (abhängig von der Teilnehmeranzahl, ca. 80 € pro Prüfung).

Ob man bestanden hat, kann man am Abend auf der Internetseite PA München nachlesen. Findet man dort seine Teilnehmerzahl ist man durchgefallen! 😦

Für die Funkscheinprüfung gibt es nicht so klare Richtlinien, es gibt keinen richtigen Beginn oder Ende des Kurses, man kann kommen wie man möchte und lernt am Funkgerät die Einstellungen und Bedienung, sowie das Funkschema.

Die Prüfung besteht aus mehreren Teilen und auch hier empfiehlt es sich beide Prüfungen auf einmal zumachen.

Für den Funkschein SRC (Meer) muss ein Fragebogen (von zwölf) mit 24 Fragen beantwortet werden und für den Funkschein UBI (Fluß) ein Fragebogen (von zwölf) mit 10 Fragen. Danach folgt ein Diktat von einem englischen Funkspruch, der fehlerfrei mitgeschrieben und ins Deutsche übersetzt werden muss. Anschließend erhält man dann noch einen deutschen Funkspruch, der ins Englische übersetzt werden muss.

Hat man die Theorieteile bestanden, wird man zur praktischen Prüfung zugelassen. In diesem werden verschiedenste Fragen des SRC- & UBI-Bereichs gestellt und man muss verschiedene vom Prüfer ausgewählte Funksprüche auswendig aufsagen.

Danach ist man entlassen und weiß auch sofort, ob man bestanden hat oder nicht. Die Scheine werden per Einschreiben an die Postanschrift versendet.

Beide Funkscheine kosten 350 €, wenn man vorher schon einen Führerschein in der Bootsschule Matlok Yachting erworben hat. Hinzu kommen die Kosten für die Prüfungsbögen  (15 €) und ein kleines Lehrbuch (15 €), sowie die Prüfungsgebühren (ca. 80 € pro Prüfung).

Nachdem ich nun alle 4 Scheine mein Eigen nennen kann, ist das Thema Lernen für Bootsscheine endlich abgeschlossen. Der Sommer kann kommen…

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